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BPAV Aktuell

BRSG - jetzt um Altverträge vor 2019 kümmern

Im Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wurde auch geregelt, dass alle Altverträge (Alt-Entgeltumwandlungen) ab dem 01.01.2022 das gleiche Anrecht auf Arbeitgeberzuschuss erhalten. Es empfiehlt sich jedoch mit der Umstellung nicht bis zum Stichtag zu warten. Wenn Sie das geschickt gestalten, werden Sie Ihre Mitarbeiter begeistern – versprochen

Die Erhöhung/Umstellung der Altverträge auf Mischfinanzierung (Arbeitnehmer-/Arbeitgeberbeitrag) sollte in jedem Fall systematisch erfolgen und bereits jetzt umgesetzt werden. Denn gerade bei den Altverträgen steckt, wie so oft, der Teufel im Detail.
Denn Aufgrund unterschiedlicher Tarifkonstellationen kann es schwierig werden, diese Altverträge umzugestalten bzw. für weitere Einzahlungen (Arbeitgeberbeitrag) zu öffnen.
Dies liegt z. B. daran, dass Altverträge noch mit alten höheren garantierten Rechnungs-zinsen versehen sind. Diese Tarife wurden von den Versicherungsgesellschaften gesetzlich vorgeschrieben für Neuzugänge geschlossen.
Damit sind i.d.R Änderungen schwer umsetzbar.

Keine einheitliche Regelung?

Sie haben bisher keine einheitliche Regelung für Entgeltumwandlung (betriebliche Altersversorgung) Ihrer Mitarbeiter getroffen? D.h. Sie haben sich nicht auf einen Dienstleister/Versicherer konzentriert, sondern jeder Mitarbeiter konnte sich für einen Versicherer seiner Wahl entscheiden? Auch bestehende Entgeltumwandlungen (Direktversicherung/Pensionskasse) neu eingetretener Mitarbeiter haben Sie vorbehaltlos übernommen?

Ich möchte Ihnen jetzt wirklich nicht zu nahetreten, aber haben Sie sich das gut überlegt? Je nach Gestaltung der Zusage Art, haften Sie im Zweifel für die eingezahlten Beiträge. Meine Empfehlung - damit Sie jetzt nicht noch in mögliche Haftungsfallen tappen, sollten Sie jetzt keine Zeit mehr verschwenden.

Empfehlung

Warten Sie nicht bis zum 31.12.2021. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit den betreffenden Versicherern auf. Dann bleibt Ihnen genügend Zeit alle Fragen zu klären. Alle Änderungsvorschläge sollten vor der Annahme einer genauen Prüfung unterzogen werden. Im Zweifel sollte ein neutraler spezialisierter Berater hinzugezogen werden.

Achtung auch bei Verträgen mit dynamischer Beitragsanpassung!

Nutzt Ihr Mitarbeiter eine Beitragsdynamik und wird damit regelmäßig die 4 prozentige Beitragsbemessungsgrenze (BMG) in der Entgeltumwandlung (BMG 2019 = 268 € p. M.) voll ausgeschöpft, ist Ihr auf den Entgeltumwandlungsbetrag Ihres Mitarbeiters zu zahlender Arbeitgeberzuschuss automatisch sozialversicherungspflichtig. (S. Teil I)

Sonderfall § 40 b EStG. pauschal versteuerte Verträge

Haben Sie noch sogenannte pauschal zu versteuernde Direktversicherungs-/ Pensionskassenverträge nach § 40 b EstG in Ihrem Mitarbeiterbestand, sind die steuerlichen Besonderheiten zu beachten! Im Zweifel müssen Sie prüfen, ob weiterhin nach § 40 b EStG pauschal versteuert werden kann. Gleichfalls ist zu prüfen, ob durch die Aufstockung (Novation) keine steuerfreie Kapitalzahlung mehr möglich ist.
Sofern Sie noch pauschal versteuerte Verträge (§ 40 b EstG.) in Ihrem Mitarbeiterbestand haben, sollten Sie prüfen, ob im Lohnkonto ein Nachweis vorhanden ist, dass vor dem 01.01.2018 mindestens ein Beitrag pauschal versteuert wurde.
Wenn Mitarbeiter bestehende § 40 b EstG. Verträge mit in Ihr Unternehmen einbringen möchten, gilt besondere Vorsicht. Diese Verträge sollten grundsätzlich nur noch dann von Ihnen fortgeführt werden, wenn der Arbeitnehmer den o.g. Nachweis erbringen kann.

Mitarbeiter Motivation ohne finanziellen Aufwand

Wenn Sie unabhängig des o.g. stur nach den gesetzlichen Vorgaben handeln, kann durch die gefühlte Ungleichbehandlung Unzufriedenheit in Ihrer Belegschaft entstehen. Auch wenn Sie sich auf die gesetzlichen Vorschriften berufen, werden sich Mitarbeiter, die vor dem 01.01.2019 mit einer Entgeltumwandlung begonnen haben, ungerecht behandelt fühlen. In Zeiten der zunehmenden Demografie ist Demotivation Gift für Ihre Produktivität. Ein voll motivierter Arbeitnehmer trägt bis zu 50 % mehr zum Betriebsergebnis und damit auch zu Ihrem Gewinn bei. Da Sie der Arbeitgeberzuschuss nichts kostet, ist das ein nicht zu unterschätzendes Argument. Nutzen Sie diesen Vorteil im Rahmen Ihrer versorgungsrechtlichen Vereinbarung (VOV) und werben Sie in Ihrer Belegschaft - Motto „Tue Gutes und rede darüber“. Gehen Sie in die Offensive!

Betriebliche Benefits entscheidender Faktor bei der Wahl des Arbeitgebers

Viele mittelständische Unternehmen haben zusätzliche Benefits (z.B. betriebliche Altersversorgung) schon als wichtigen Baustein Ihrer Mitarbeiterbindung erkannt und werben mit ganzen Broschüren gezielt Mitarbeiter. Was wenn Ihr Mitkonkurrent das auch tut?

In Teil III Betriebsrentenstärkungsgesetz - Steuergeschenke nutzen! So binden Sie wertvolle Mitarbeiter!

Lesen Sie, weshalb die Regelungen des BRSG für Unternehmen mit Geringverdienern besonders interessant ist. Wie Sie staatlich gefördert bei Geringverdienern spielend leicht Mitarbeiterbindung erzielen und diese für Ihr Unternehmen begeistern.
Gleichfalls, wie Sie die Vorteile des Betriebsrentenstärkungsgesetzes werbewirksam in eine Versorgungsordnung (VOV) verpacken. Und Ihre Mitarbeiter zu Fans Ihres Unternehmens machen und Ihren Unternehmensgewinn verdoppeln.

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