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BPAV Aktuell

Pensionszusagen II - Ist auslagern sinnvoll oder?

Wie die aktuellen Prognosewerte zur HGB Zinsentwicklung belegen, stellen Pensionszusagen und die damit verbundenen handelsrechtlichen Rückstellungen für viele KMU`s langsam ein echtes Dilemma dar.

Die uns erreichenden Anrufe, von Steuerberatern und Geschäftsführer sind oft von dem Wunsch getragen, die Pensionszusage am liebsten auszulagern und/oder zu reduzieren.

Eine Auslagerung von Pensionszusagen auf z. B. Pensionsfonds ist aufgrund der aktuell anzusetzenden Zinssätzen zwischen 0,9 % (Garantiezins) und 2,5 % (Investmentbasiert) für die wenigsten KMU`s finanzierbar. Zudem führt eine Auslagerung der Pensionsverpflichtungen auf einen Pensionsfonds nicht zu einer Enthaftung des Unternehmens. Auch dem Wunsch des Unternehmens später einmal besser verkaufen zu können trägt dieser Weg in keinster Weise Rechnung.

Schon bei den fin. math. Gutachten 2016 (Rechnungszins von 4,21 %) war ein erheblicher Teil der von uns betreuten Pensionszusagen unterfinanziert.
Berücksichtigt man die Prognosewerte (s. Tabelle im Beitrag Prognosewerte zur HGB Zinsentwicklung) wird sich an dieser Situation nichts verändern. Ein weiterer Anstieg der Verpflichtungen in den Handelsbilanzen ist unvermeidbar.

Unternehmen die ihre Pensionszusage neutralisieren wollen, um z.B. bei Nachfolge oder Verkauf nichts zu gefährden, nutzen mit einem CTA (Contractual Trust Arrangement) eine einfache und sogar steuerlich attraktive Form der Ausfinanzierung. Bei einem CTA handelt es sich um eine der am meisten beaufsichtigten Rechtsträger. Dies ermöglicht Unternehmen jeder Größe einfach und kostengünstig die Ausfinanzierung ihrer Pensionsverpflichtungen.

Die Nutzung eines CTA ist denkbar einfach und bei jedem Sicherungszweck gleich. Hierzu schließt der Unternehmer mit einem Treuhänder ein CTA ab, der als Verwaltungs- und Sicherungstreuhandvertrag ausgestaltet ist. Durch eine eigentumsrechtliche Zuweisung des Vermögens zum CTA wird im Falle einer Insolvenz sichergestellt, dass kein Gläubiger, auch nicht der Insolvenzverwalter, auf das Treuhandvermögen zugreifen kann. Im Vergleich zu Pensionsfonds, der ebenfalls zur Bilanzbereinigung führt, erfolgt beim CTA kein Wechsel des Durchführungswegs. Damit kommt es auch zu keinen hohen einmaligen Liquiditäts-belastungen. Die Ausfinanzierung mit einem CTA kann liquiditätsschonend nach Kassenlage über die Folgejahre erfolgen.

Einsatz eines CTA schont Erbschaftssteuer

Neben einer direkten bilanziell positiven Wirkung durch den Aufbau von Vorsorgevermögen auf der Aktivseite der Handelsbilanz, reduziert das CTA Vermögen das erbschaftssteuerrelevante Verwaltungsvermögen mit einer teilweise deutlichen Steuerersparnis.
Wenn z. B. ein Unternehmen zum Verkauf steht schafft das CTA Vermögenstransparenz und Sicherheit, sowohl für den Verkäufer (die Finanzierung der Pensionen des GGF ist gesichert, unabhängig vom Nachfolger) als auch für den Käufer (die Pensionslast des Vorgängers ist aus der Bilanz.) ohne arbeits- und steuerrechtliche Änderungen.

Die Vorteile eines CTA:

  • Reduzierung von Erbschaftssteuer
  • Erleichterung bei Unternehmensverkauf
  • Entlastung der Bilanz ohne rechtliche Risiken und Aufwände, einfacher Einsatz für weitere Vorsorgelösungen (z.B. Einmalzusagen für Steueroptimiertes Vorsorgesparen oder Zeitwertkonten).

Zusammenfassung:

Die aktuelle Finanzmarktsituation erfordert in vielen Fällen Lösungen die einfach und flexibel ermöglichen Pensionen oder sonstige Vorsorgeverpflichtungen zu finanzieren. Gleichfalls sollten sowohl die Liquiditätsbelastung begrenzt, als auch gleichzeitig Vorteile für das Unternehmen genutzt werden. Die Einführung eines CTA als BAFIN regulierte Struktur ermöglicht eine schlanke Finanzierung von Pensionslasten.
Darüber hinaus kann das Treuhandmodell auch die Grundlage für eine attraktive, bilanzneutrale und steueroptimierte Vorsorge der Führungskräfte von morgen sein.

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